Neuer Standort vermutlich in Tannenbusch

Zentrallager für Sachspenden in Bonner Nordstadt muss umziehen

Foto vom Zentrallager Flüchtlingshilfe ehemalige Paketlager DHL, Vorgebirgsstraße 32 Foto: Westhoff

Foto vom Zentrallager Flüchtlingshilfe ehemalige Paketlager DHL, Vorgebirgsstraße 32 Foto: Westhoff

Bonn. Mietvertrag der Post mit Eigentümer des Areals der ehemaligen Paketzustellbasis in der Nordstadt läuft aus. Das Hilfsprojekt von Stadt, DRK und St. Petrusgemeinde braucht Geld für die Arbeit des Koordinators.

Das zentrale Sachspendenlager in den Hallen des ehemaligen Paketlagers der Deutschen Post muss umziehen. Der Mietvertrag der Post mit dem Eigentümer des Areals zwischen Vorgebirgsstraße, Kaiser-Karl-Ring und Dorotheenstraße in der Nordstadt läuft Ende Juni aus, wie Pressesprecherin Heike Meyer erklärte. Die Post hatte die Hallen für das gemeinsam mit der Stadt Bonn, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der katholischen St. Petrusgemeinde getragene Hilfsprojekt kostenlos bereitgestellt.

Umziehen wird das Lager aller Voraussicht nach in ein Gebäude an der Hohe Straße in Tannenbusch. Dort muss die Stadt Bonn künftig für Miet- und Nebenkosten aufkommen. „Wir sind dem Zentrallager für Sachspenden weiterhin eng verbunden und unterstützen es auch in Zukunft mit unserem logistischen Know-how, Spendensammlungen und durch das ehrenamtliche Engagement unserer Mitarbeiter“, sagte Meyer weiter. Die Miete für das neue Domizil könne das Unternehmen indes nicht übernehmen. Wie hoch diese Kosten sind, wollte Stadtsprecherin Monika Hörig auf GA-Nachfrage nicht sagen. „Wir stecken noch mitten in den Verhandlungen mit dem Vermieter“, sagte sie. Ziel sei es auf jeden Fall, neue Räume für das Zentrallager zu finden, um das Projekt fortführen zu können.

Zukunft des Areals ungewiss

Das Zentrallager war im März 2016 im Zuge der Flüchtlingswelle eingerichtet worden. Es dient vor allem dazu, die Flüchtlingsunterkünfte im Stadtgebiet mit Kleidung und weiteren Sachspenden zu versorgen. Für den Betrieb sorgen zahlreiche ehrenamtliche Helfer unter anderem aus der Petrus-Kirchengemeinde. Koordiniert wird ihre Arbeit von einem bisher aus Mitteln der kirchlichen Flüchtlingshilfe der Diözese Köln bezahlten hauptamtlichen Mitarbeiter, erklärte Marcus Heinrich, Geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes von Sankt Petrus. „Wir freuen uns, dass wir im Tannenbusch ein noch größeres Objekt für das Zentrallager gefunden haben“, erklärte er, die ehrenamtlichen Helfer wollten sich auch weiter an der neuen Adresse engagieren.

Allerdings laufe Ende Juni auch die bisherige Finanzierung der Arbeit des Koordinators aus, auf den man aber nicht verzichten könne. Immerhin mehr als 15.000 Ehrenamtsstunden steckten im Projekt, über das bis zu 4000 Warenstücke pro Woche an Hilfsbedürftige verteilt würden. „Wir sind deshalb innerhalb der katholischen Kirche auf der Suche, wer künftig die Mittel dafür aufbringen kann“, sagte Heinrich.

Was mit Gelände und Hallen des ehemaligen Paketlagers geschehen soll, konnte Meyer nicht sagen. Die Post hatte das Areal 2008 mit vielen anderen Post-Liegenschaften im gesamten Bundesgebiet an den US-Investor Lone Star verkauft, ist aber bis heute Mieterin des Areals geblieben.