Aufruf von Verdi

Eingeschränkter Service durch Streik bei der Telekom

Die Vernetzung von Alltagstechnik wie von der Deutschen Telekom angeboten gewinnt an Fahrt und ist auch ein zentrales Thema der diesjährigen Hannover Messe.

Bei der Telekom wird ebenfalls gestreikt.

21.03.2018 Berlin/Bonn. Längere Wartezeiten im Servicebereich und verschobene Technikertermine: Rund 3500 Telekom-Mitarbeiter sind am frühen Mittwochmorgen in den Streik getreten.

Mit Warnstreiks bei der Telekom macht Verdi weiter Druck in den Tarifverhandlungen. Die Arbeitsniederlegungen von etwa 3500 Telekom-Mitarbeitern am Mittwoch beträfen den Kundenservice, Außendienst und die Technik, sagte Verdi-Arbeitskampfleiter Peter Praikow in Berlin vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde. Wer also bei Telefon-Hotlines anruft oder auf einen Telekom-Techniker zur Freischaltung eines Anschlusses wartet, könnte enttäuscht werden.

Wie Telekom-Sprecher Peter Kespohl auf GA-Anfrage erklärte, kommt es für Kunden zu längeren Wartezeiten im Servicebereich, auch müsse der eine oder andere Technikertermin verschoben werden. Die zeitlich befristeten Arbeitsniederlegungen betreffen das ganze Bundesgebiet außer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Verdi fordert 5,5 Prozent mehr Geld für 55 000 Tarifbeschäftigte. Die rund 7000 Azubis und jungen Beschäftigten, die parallel zur Arbeit noch studieren (duale Studenten), sollen 75 Euro mehr im Monat bekommen - prozentual wäre das je nach Ausbildungsjahr ein Plus von 7,5 bis 8 Prozent.

Die Telekom hat in den vorangegangenen zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot unterbreitet. Dies sorgt für Unmut auf Arbeitnehmerseite. „Wir erwarten ein verhandlungsfähiges Angebot“, sagte Praikow. „Die Beschäftigten verleihen dieser Erwartung mit vollschichtigen Warnstreiks Nachdruck.“

Seit Dienstag setzt Verdi auf „vollschichtige“ Arbeitsniederlegungen, zuvor hatte es nur Warnstreiks mit einer Dauer von bis zu vier Stunden gegeben. Die Arbeitskampf-Maßnahmen dürften auch am Donnerstag weitergehen.

Die dritte Verhandlungsrunde dauert bis Donnerstag. Ein Durchbruch in den Gesprächen gilt als unwahrscheinlich. Schon jetzt ist eine vierte Runde geplant, sie soll am 11. und 12. April in NRW stattfinden. (dpa/ga)