Feier zu Ehren von Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Gelsdorfer feiern 200. Geburtstag von Raiffeisen

GELSDORF. 650 Gäste waren zu Ehren von Friedrich Wilhelm Raiffeisen zur großen Geburtstagsfeier ins Raiffeisen-Zentrum nach Gelsdorf gekommen. Raiffeisen wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden.

„Wir sind nur hier wegen der Kellnerin“ – das sang die Gruppe Kalauer am Freitagabend zwar im Festzelt am Raiffeisen-Zentrum Gelsdorf, doch in Wahrheit waren die 650 Gäste zu Ehren von Friedrich Wilhelm Raiffeisen gekommen, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag hätte feiern können. Die Raiffeisenbank Voreifel eG und die Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Handelsgesellschaft mbH als Veranstalter hatten außerdem einen zweiten Grund zum Feiern, denn das Gemeinschaftsprojekt „Raiffeisen-Zentrum Gelsdorf“ gibt es seit genau zehn Jahren.

Dort lockte eine Jubiläumsveranstaltung mit kölschem Programm alles an, was Rang und Namen hat in der Region Voreifel. In kurzweiligen Auftritten verwöhnten neben den Kalauern auch die Cöllner, die Klüngelköpp sowie die Gruppen Alpenkölsch und Fiasko das gut gelaunte Publikum, und jede Gruppe musste gleich mehrere Zugaben geben. Weiter ging es am Sonntag mit einer großen Raiffeisen-Leistungsschau. Als Highlight lud dabei Schauspieler Norbert Heisterkamp („Sieben Zwerge – Der Wald ist nicht genug“, „Alles Atze“) zu einer Partie „Gärtner-Golf“ ein nach dem Motto: „Siebener-Eisen oder Achter-Eisen? Wir nehmen Raiffeisen!“

Der bekannte Schauspieler, der in etwa 300 Filmen mitwirkte und seine TV-Karriere ursprünglich als Stuntman für die lehrreichen Filme der Serie „Der 7. Sinn“ begann, trat mit verschiedenen Spaten und einem Golfball auf der eigens verlegten Spielbahn aus Rollrasen gegen seine Gegner aus dem Publikum an. Wie beim richtigen Golf galt es, mit möglichst wenigen Schlägen den Ball ins Loch zu befördern. Der Nachwuchs hatte derweil auf der Mini-Driving-Range Gelegenheit, schon einmal die richtigen Schläge zu üben. Heisterkamp hat übrigens schon seit früher Kindheit eine enge Beziehung zur Raiffeisen-Familie. Er sei auf einem Bauernhof großgeworden und mit Tieren aufgewachsen.

Mit sechs Jahren bekam er seinen ersten Cordhut aus dem nahen Raiffeisenmarkt geschenkt. „Mann, war ich damals stolz!“ Jeden Tag um fünf habe er die Kälber gefüttert und auch an Weihnachten und Silvester, und später als Jugendlicher so manche landwirtschaftliche Maschine bedient. Der gelernte Schlosser und Elektriker ist der genossenschaftlichen Sache auch sonst von Herzen verbunden: „Ich lebe die Raiffeisen-Idee wirklich mit Leib und Seele“, so der 1,97 Meter große Hüne.

Zahlreiche Aussteller im großen Zelt

Derweil präsentierten sich im großen Zelt zahlreiche Aussteller. Unter anderem der Verein „Meister-Rat“, dessen Mitglieder Bauherren bei Planung und Ausführung von Renovierungen, Um-, Aus- und Neubauten zur Seite stehen. Der Förderverein des Kindergartens Sankt Walburga beköstigte die Besucher mit Kaffee und Kuchen zu Gunsten ihrer Schützlinge. Die Kinder vergnügen sich derweil beim Spielezirkus Zantac mit seinem Unterhaltungsprogramm mit zahlreichen Bewegungs- und Geschicklichkeitsspielen.

Die Musikfreunde „Fidelia“ Wormersdorf sorgten unter der Leitung von Stefan Klein ebenso für gute Laune wie der Chor der Grundschule Obere Grafschaft aus Gelsdorf, der unter der Leitung von Jeanette Schroerlücke ein Geburtstagsständchen darbrachte und sich mit „Ein schöner Traum ist die Musik“ in die Herzen sang. Umjubelt war auch der Auftritt der kleinen Sänger der Kindertagesstätte St. Walburga, anschließend begeisterte die Künstlerin Eva das Publikum im Ausstellungszelt. Zum musikalischen Abschluss des Nachmittags spielte die Dave Zwieback-Bandt kölsche Musik und tolle eigene Lieder.

Alois Splonskowski, Geschäftsführer der Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Handelsgesellschaft mbH, erinnerte daran, dass Friedrich Wilhelm Raiffeisen der wohl größte Sozialreformer überhaupt gewesen sei, dessen Idee noch heute trage: „Was einer nicht kann, können viele.“ Weltweit seien eine Milliarde Menschen in mehr als 100 Ländern Mitglieder von Genossenschaften. Raiffeisens Geschäftsmodell habe massiven Widerhall in vielen Regionen der Welt gefunden.

Allein in Deutschland hätten die „Grünen Genossenschaften“ 85 000 Mitarbeiter und bildeten 5000 Lehrlinge aus. Mit eigenen Akademien, eigenen Weiterbildungszentren und sogar einer eigenen Hochschule kümmere man sich nachhaltig um den Nachwuchs.