Kommentar zum Schulcampus Oedekoven

Noch ist alles offen

Auf dem Grundstück oberhalb des Gewerbegebiets in Oedekoven wollen die Freien Christlichen Schulen ihren Campus errichten.

Auf dem Grundstück oberhalb des Gewerbegebiets in Oedekoven wollen die Freien Christlichen Schulen ihren Campus errichten.

Alfter-Oedekoven. Die Freien Christlichen Schulen Bonn/ Rhein-Sieg (FCSB) am Schöntalweg in Oedekoven platzen aus allen Nähten. Deswegen steht eine Erweiterung im Raum - ein 30 Millionen Euro teurer Neubau mit Gesamtschule, Kita und Turnhalle. Doch das Projekt stößt auf Kritik.

Man kann auf jeden Fall darüber streiten, ob es eine gute Idee war, die Bürgerversammlung zum geplanten Schulcampus in Oedekoven in den Räumen der Freien Christlichen Schulen Bonn/Rhein-Sieg (FCSB) abzuhalten. Schließlich haben die FCSB ein veritables Interesse daran, dass die Politik irgendwann endgültig grünes Licht für den Bau der Gesamtschule, der Kita und der Turnhalle gibt. Sie sind also eine klar interessengeleitete Partei in dem Verfahren.  

Ungeachtet dieser Frage sollte man der Gemeindeverwaltung attestieren, sich mit der Veranstaltung am Dienstagabend wirklich ins Zeug gelegt zu haben. Vertreter der Fachgebiete aus dem Rathaus standen ebenso zur Verfügung wie externe Planer und Gutachter. Die Diskussionen in Kleingruppen boten die Möglichkeit, tiefer in Details einzusteigen und mit den Fachleuten besser ins Gespräch zu kommen.

Dennoch sollte die Gemeindeverwaltung auf ein großes Plenum in der Sache nicht verzichten. Diese Form der Bürgerbeteiligung gibt Argumenten für oder gegen den Schulcampus einen größeren Resonanzraum. Daher sollte dies eine Option für die zweite Bürgerversammlung sein, die Anfang Juni im Rathaus stattfindet.

Die Verantwortlichen der FCSB können indes nicht davon ausgehen, dass nach der Versammlung nun alle Bedenken aus der Welt sind. Der Widerstand von Anwohnern gegen das Projekt ist sehr groß. Schließlich war am Dienstagabend sogar von einem Schreiben an den Petitionsausschuss des Landtags die Rede. Der Schulträger darf die Möglichkeit, dass das Projekt von der Kommunalpolitik noch gestoppt wird, nicht verdrängen.

Die Anwohner, die gegen das aus ihrer Sicht zu große Schulgebäude sind, sollten sich wiederum eines vergegenwärtigen: Wenn auf der Fläche keine Schule gebaut wird, dann etwas anderes. Der Bereich ist zu attraktiv, um unbebaut zu bleiben. Der derzeit noch gültige Flächennutzungsplan sieht für das Areal unter anderem Gewerbe vor. Ob das für die Anwohner angenehmer als eine Schule wäre, steht auf einem anderen Blatt.